| Jacqueline Forzelius - Text |
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Jacqueline Forzelius Jacqueline Forzelius lädt zum Essen. Mit der Kameraeinstellung platziert die Künstlerin den Zuschauer an einen kargen Holztisch. Gegenüber sitzt eine junge, androgyn wirkende Frau. Nichts deutet darauf hin, dass eine zweite Person erwartet wird. Was der Bildausschnitt bereits nahe legt, wird durch die Worte der ›Gastgeberin‹ unterstützt – der geladene Gast befindet sich bereits am Tisch. Die dialogisch anmutenden Kommentare entpuppen sich als Monolog, in dem die junge Frau sich über das Verhalten ihres für den Beobachter unsichtbaren Gastes beschwert. Dabei lassen die Manieren der vermeintlichen Gastgeberin selbst zu wünschen übrig: Sie trinkt, verschüttet, verrührt Joghurt auf dem Tisch, lässt ihn aus ihrem Mund laufen und verschmiert ihn mit den Fingern. Die anfängliche Neugierde des Betrachters weicht einer Faszination, die durch die Perspektive und die direkte Ansprache auch ein Unbehagen impliziert: ›Bin ich gemeint?‹ Die Künstlerin bewegt sich auf der visuellen, akustischen und emotionalen Ebene, die das menschliche Kommunikationssystem ausmachen. Sie zeigt die Grenzen dieses Systems auf, wenn sich Erzählstränge auf diesen Ebenen gegensätzlich zueinander verhalten. Quelle: www.videonale.org |
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