Christine Erhard - Pressemitteilung

Christine Erhard

"NEUES BAUEN"

30.  April 2004 - 26. Juni 2004

Vernissage Freitag, 30. April 2004, ab 19 Uhr

Frankfurt, März 2004 – Kennen sie diesen Ort? Waren Sie schon einmal dort?
Christine Erhards Fotografien scheinen auf den ersten Blick vertraut. Eingangshallen, Dachterrassen, Fassadenarchitektur: Christine Erhards Arbeiten, die vom 30. April bis 12. Juli 2004 in der Frankfurter Galerie Adler zu sehen sind, zeigen Interieurs wie Exterieurs. Es sind unspektakuläre Motive, die uns mit einem nüchternen, sachlichen Blick vorgeführt werden.
Die Wirklichkeit suggerierend, sind Erhards Bilder doch reproduzierte Realitäten. Das Bild, das wir sehen wurde tatsächlich konstruiert: Es sind Fotooberflächen und andere Materialien, aus denen Erhard ihre Modelle baut, um sie dann abzulichten. Bereinigt von allem Nebensächlichem, scheinen diese Orte entleert zu sein – ohne Zeit und ohne Geschichte. Es sind rekonstruierte Orte von einer spezifischen Atmosphäre, von realem Anschein, doch gänzlich artifizielle Konstrukte. Obwohl der Betrachter erkennt, was er auf den Bildern sieht, beschleicht ihn bald das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt.
Die 1969 geborene Künstlerin, die im vergangenen Jahr den Förderpreis für Fotografie des Landes Nordrhein-Westfalen erhielt, erschafft eine eigene Bildwirklichkeit, in der sie, durch subtiles Eingreifen, den Blick des Wahrnehmenden formt und lenkt. Erhards Bilder werden so zu ambivalenten Modellen des Wirklichen.
Die fotografischen Konstruktionen finden in den jüngst entstandenen Stereobildern eine neue Ausprägung. Diese Fotopaare lassen eine stereoskopische (dreidimensionale) Betrachtung der aufgenommenen Modelle zu und führen uns um so deutlicher vor Augen, dass Bilder der Wirklichkeit letztendlich in unserem Gehirn entstehen.

Mit Christine Erhard setzt Ulrike Adler das Programm ihrer Galerie konsequent fort. Das Spiel mit der Wahrnehmung eines Betrachters durch das subtile Eingreifen in die Realität fand sich sowohl bei den Arbeiten Iska Jehls als auch in den Objekten Julia Kröpelins. Die Künstlerinnen befassen sich auf unterschiedliche Weise mit den Erscheinungsformen unserer Wirklichkeit. Mit Christine Erhard ergänzt Ulrike Adler ihr junges Programm um eine weitere spannende Position, die sich durch eine präzise und konzentrierte Werkaussage auszeichnet.


Die Gartenterrasse, 2004


Die Garagenzufahrt, 2003

   

Ausstellungsansicht
 
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