|
Clarina Bezzola - Pressemitteilung |
 |
|
|
 |
Clarina Bezzola
Zwei Welten
5. September - 24. Oktober 2009
Vernissage
Freitag, 4. September 2009, 19 Uhr
Sonderöffnungszeiten
anlässlich des Frankfurter Saisonstarts:
Samstag, 5. September und
Sonntag, 6. September, 11 - 18 Uhr |
|
„In meiner Arbeit versuche ich die Welt des Unbeschreiblichen zu
erfassen, die Welt der Gefühle, der Ängste und des Begehrens. Wir
erleben jene unberechenbaren Kräfte als bedrohlich, als unangebracht
und erleben so den schmerzhaften Konflikt zwischen Kopf und Körper.“
Clarina Bezzola
Zwei Welten sind es, zwischen denen wir uns wohl alle oft hin- und
hergerissen fühlen. In geistiger Gefangenschaft verstrickt,
durchschwirren Gedanken unseren Kopf und lassen uns nicht zur Ruhe
kommen.
In ihrer aktuellen Ausstellung Zwei Welten beschreibt die junge
Schweizer Künstlerin Clarina Bezzola (*1970) den Zwiespalt zwischen
der Ebene des Zwangs und der Freiheit.
Die Welt der Emotionen, der Psychologie und der Körperlichkeit sind
im Werk Clarina Bezzola's von ausgesprochener Wichtigkeit. Und auch
die Natur wird in ihrem Werk zum Abbild der menschlichen
Befindlichkeit und zum symbolhaft Lebendigen, das mit dem
menschlichen Leben in einer stets geheimnisvollen Verbindung steht.
Aufeinander prallende Realitäten und das zutage fördern
unberechenbarer Charaktereigenschaften durch Verwandlung kehren in
ihrem Schaffen ebenso wieder wie das Umkehren von Innen- und
Außenwelten.
In ihren früheren Arbeiten hatte Bezzola das Bedürfnis, ihr
scheinbar unerträgliches Verletzlichkeitsgefühl hinter
undurchdringbaren Panzerhäuten zu verbergen und Schutzschilder aus
Metall oder filigranen Stoffmustern zu schaffen, hinter denen man
sich mit allen Unzulänglichkeiten verstecken und in etwas anderes
verwandeln konnte. Auch die heutige Gesellschaft legt sich stets
Schutzmäntel zurecht, um die Trennung zwischen zwei kontrastierenden
Welten aufrecht zu erhalten.
Schutzmechanismen, zu denen unter gewissen Umständen auch die
Metamorphose gezählt werden kann, kennen wir in der
kunsthistorischen Tradition bereits seit der Antike. Die wohl
bekannteste Verschmelzung vom Mensch und Pflanze ist die der Daphne
aus Ovids Metamorphosen. Die Verwandlung der Nymphe zeigt auf
bildhaft-symbolische Weise die Flucht vor extremen Gefühlen, die nur
durch eine schützende Transformation zu bewältigen sind. Schließlich
sendet Daphne auf der Flucht vor Apoll ein Stoßgebet zu den Göttern
und wird daraufhin in einen Lorbeerbaum verwandelt. Dieser
Verwandlungszauber schützt Daphne vor der Begierde Apolls und
ermöglicht es ihr, sich in einen Urzustand der Natur zu versetzen.
Die Haare nehmen die Gestalt von Blättern an, Baumrinde überzieht
schützend den Körper, Füße werden zu Wurzeln und Finger zu Ästen.
Doch wie ist es zu bewerten, wenn diese Metamorphose umgekehrt von
statten geht? Wenn sich Wurzeln zu handgeschnitzten und bemalten
Fingern verwandeln und Menschen mit Wurzelhelmen verbinden?
Es sind Situationen des stillen, widerstandslosen Verschmelzens der
Menschheit mit der Natur und dem Universum. Doch vor dem
Verschmelzen erwartet den Menschen der lange Weg der
Selbsterkenntnis. Erst der Zustand des Vertrauens und des
Verschmelzens ermöglicht es dem Menschen, entspannt mit der Natur zu
existieren. Doch auch die Prozesse des Loslassens und des
Verschmelzens können sehr langwieriger Natur sein! Die Überwindung
des Zwiespalts stellt sich als eine Art organischen Wachstums dar,
das sogar über den Zeitraum der Ausstellung hinausgeht. Anhand von
Skizzen und Zeichnungen illustriert Clarina Bezzola die
Schwierigkeiten dieser Thematik und gibt einen Einblick in ein noch
im Entstehen befindliches Performanceprojekt. Die Künstlerin plant
dabei das Dilemma der Menschheit darzustellen, die aufgrund
gesellschaftlicher Belastungen nicht in der Lage ist, auf die innere
Stimme zu hören und sich einfach treiben zu lassen. Verbunden durch
lange Wurzeln wird die Künstlerin singend und klagend durch die
Stadt wandern und dabei eine große Weltkugel hinter sich her
schleppen. Die Distanz zur Mutter Erde ist aufgrund der langen
Wurzeln so groß, dass sie ihre Verbindung zu ihrem Ursprung nicht
wahrnimmt. In diesem Isolationszustand scheint ihre klagende Arie
aus der Oper „La Sonnambula“ (1831) von Vincenzo Bellini dabei ins
Leere gerichtet zu sein. Erst ganz zum Schluss wird sie sich ihrer
Verbindung bewusst, zieht die Erde immer näher an sich heran und
schlüpft schlussendlich in ihre Mutter hinein. Was bleiben wird sind
dann die Relikte einer Metamorphose.
|
|
Alle Bilder Courtesy
Galerie Krinzinger, Wien und Galerie Antje Wachs, Berlin
|
|
Thorsten Brinkmann | Boo Ritson
| Clarina Bezzola | Hannu
Karjalainen
WHO ARE YOU?
Faceless Tableaux Vivants
New portraits in photography and video art
Group Exhibition
|
|
 |
|
June 26 to August 16, 2008
Opening Thursday, June 26, 2008, 6 -9 pm
Galerie Adler New York |
|
|
|
Galerie Adler New York is pleased to
announce "Who are you? – Faceless Tableaux Vivants" featuring the four
young international artists Thorsten Brinkmann, Boo Ritson, Clarina
Bezzola and Hannu Karjalainen.
Emerging in early 19th century, the "tableaux vivants" originally were
re-enactments of famous pieces of art by actors or models for the
instruction and entertainment of the upper class society. In their own
way, each of the artists develops this concept further, playing with the
idea of "living pictures" and "staged portrait photography", starting
out from central themes of paintings and sculptures but translating them
in photography, video and performance.
The common theme they work on is the portrait which classically is to
display the likeness, status, personality, or even the mood of the
person depicted. But what if the portrayed persons do not show their
faces, or when they hide their sentiments covered by painted masks,
running colour, textile fibre sculptures or all kinds of everyday-life
and furniture objects?
Thorsten Brinkmann's (*1971 Stuttgart, Germany) photographic
self-portraits turn this classic genre upside down. His work is
initiated by objects discarded by civilization, ordinary things like
bottles, flower pots, lamp shades or shelves. The results are strikingly
picturesque and unconventional at the same time: dimmed colours with
soft contours reminiscent of the classical three-quarters portrait have
us reassess our viewing habits. The visual object is covered, hidden,
and slightly deviates from the context we are used to, drawing us into a
picture-puzzle between photography and painting.
A pair of bloodshot eyes peers blearily from what appears to be a
painted bust, but there is an unmistakable glint of something living,
and this is no straight-forward portrait. Boo Ritson (*1969
Surrey, UK) covers her models' faces and bodies with barrier cream and
household paint, following their outline, hair and clothing. Rather than
having her subjects impersonate a pre-existent concept, she draws from
pure American pop stereotypes and turns her subjects into scurrile
versions of their own self.
Transformation is the word that comes to mind with the works of
Clarina Bezzola (*1970 Zurich, Switzerland). Coming from a soprano
career at the opera, she has a strong connection to stage scenes and
theatrical dramaturgy. Her characters become living sculptures, seem to
tell us a story about metamorphoses, as we watch them in the process of
transforming into fences, mattresses, or billowing mega-corps without
any clear shapes. With their faces often hidden, her protagonists'
expressions are only partly visible and her performances focus on
gestures captured during strongly expressive movements.
The protagonists of Hannu Karjalainen's (*1978 Haapavesi, Finland)
video works are lonely, enigmatic, seemingly soulless creatures. "Man in
a blue Shirt" builds a tension between the indexical traits of the image
and the painterly gestures animating and transforming its surface when
the weathered skin becomes replaced by the gloss of the pouring paint.
In an uncanny way, Karjalainen's work enacts what Roland Barthes
described in photography, when he noted that the photographic image was
a "living image of a dead thing", incapable of differentiating between
the dead and the living - animating them equally, making them equally
real.
|

|
Thorsten Brinkmann
*1971 Stuttgart, Germany
1994 - 1997 Studies of Visual Communication in Kassel, Prof. Neusüss
1997 - 2002 Studies of Fine Arts, HfbK Hamburg, Prof. Blume
2002 Diploma in Fine Arts, HfbK Hamburg
2002 - 2004 Advanced Studies in Fine Arts on invitation
of Prof. F.E. Walther
Courtesy Galerie Kunstagenten, Berlin |

|
Boo Ritson
*1969 Surrey, UK
2003 - 2005 Royal College of Art, MA Sculpture
1999 - 2002 Buckinghamshire Chilterns University College.
BA Fine Art (First)
Courtesy David Risley Gallery, London |

|
Clarina Bezzola
*1970 Zurich, Switzerland
1995 BFA, Parsons School of Design, New York
lives and works in New York. |
 |
Hannu Karjalainen
*1978 Haapavesi, Finnland
2005 Master of Art, University of Industrial Arts Helsinki,
Department of Photography
2001 Bachelor of Art, University of Industrial Arts Helsinki,
Department of Photography
1997-98 Muurla School of Photography
Courtesy Gallery TaiK, Helsinki |
|
|
|
 |
© 2009 All rights
reserved: Galerie Adler Frankfurt - New York
Hanauer Landstraße 134, 60314 Frankfurt, Germany, +49 (0)69-43053962
mail@galerieadler.com,
www.galerieadler.com |