|
Frankfurt am Main, April 2004 – Alex McQuilkins Videodebut “Fucked” war bereits
am ersten Abend der Armory Show in New York 2002 ausverkauft, sorgte für
Aufregung und ließ die junge Künstlerin auf die amerikanische Kunstszene
los. In Europa hatten ihre Ausstellungen etwas andere Nebeneffekte: In
Belgien musste sie eine schriftliche Erklärung ihrer Volljährigkeit
abgeben, nachdem ihr Video versehentlich als Kinderpornografie konfisziert
worden war.
Zum ersten Mal in Deutschland präsentiert Ulrike Adler die Video- und
Fotoarbeiten von Alex McQuilkin in ihrer ersten Einzelausstellung „Tragically
Sweet“, in der McQuilkin ab dem 3. September in der Frankfurter Galerie
Adler provoziert, tanzt und blutet. Die 24jährige Amerikanerin spielt
selbst die Charaktere in den meisten ihrer Geschichten, in denen sie
Dramatik und Erfahrung der amerikanischen Jugendkultur erforscht. Selbst
erst kürzlich dem Teenager-Dasein entwachsen, richtet McQuilkin ihre
Kamera nostalgisch auf sich selbst und die romantisch-bildhafte
Mentalität, die mit der Pubertät so eng verwachsen ist. „Die Jugend ist
eine Zeit, in der wir uns erlauben, beeinflusst zu werden – in der
Rockstars unbeugsame Götter sind. Alles fühlt sich unmittelbar und
ungefiltert an, auch wenn es das gar nicht ist.“ sagt die junge
Künstlerin.
Drastisch aber zugleich auch subtil zeigt McQuilkin, dass sich Realität
und Imagination häufiger mischen, als uns bewusst ist. Vor einem
Kurt-Cobain-Poster tanzt sich ein Mädchen in Extase, während ein anderes
mit blutigen Mullbinden und besudeltem Schmuck um die Handgelenke in einem
Vogue-würdigen Selbstmord ihr eigenes Spiegelbild bewundert. McQuilkin
spielt mit einer Ästhetik, die sich zwischen Pseudo-Hardcore und Pop-Punk
Musikvideos und der mädchenhaften Welt aus rosa Schleifen und Spitzen. Die
Arbeiten der jüngsten Künstlerin im Programm der Galerie Adler sind
visuelle Repräsentationen von bekannten Symbolen und Charakteristiken: Der
Hüftschwung als weibliche Wettkampfwaffe, Sex als heimlicher Chauvinismus
und übertriebene Selbstinszenierung als Pseudo-Sinnlichkeit.
Trotz der brisanten Inhalte bleibt das Interesse der Künstlerin im
Bildhaften, in den Bildern selbst: unterstrichen von den Filmstills auf
ihren Videos dient deren Inhalt schließlich nur dazu, den Blick des
Betrachters zu schärfen. McQuilkin überquert die Grenzen: das Romantische
oder Triviale kippt plötzlich um und wird dramatisch und tragisch. Die
junge Künstlerin weckt in ihren Videoarbeiten Gefühle, deren Beben bis
tief ins Mark zu spüren ist.
|

Teenage Daydream: In Vain
|

Teenage Daydreams: It´s only Rock & Roll
|
|
© 2007 All rights
reserved: Galerie Adler Frankfurt - New York
Hanauer Landstraße 134, 60314 Frankfurt, Germany, +49 (0)69-43053962
547 West 27th Street, 2nd floor, New York, NY 10001, USA, +1 212-9675700
mail@galerieadler.com,
www.galerieadler.com |