Iska Jehl - press release


Iska Jehl

Feed your soul
Fotografie

24. Mai - 7. Juli 2007
Vernissage Donnerstag, 24. Mai 2007, ab 19 Uhr

 


Der Horizont, verborgen hinter grau blauen Wolkenschleiern, verschwimmt mit dem rauchigen Blau des bewegten Meeres, definiert nur durch weit entfernte Wellen, die über den regenschweren Sandstrand spülen. Auf dem Kamm einer Gerölldüne zeichnet sich eine weiße Hütte auf zerbrechlichen Stelzen vor dem diesigen Hintergrund ab, ragt ins Bild wie ein Fremdkörper, den stillschweigend zu ignorieren man schon vor langer Zeit begonnen hat, blickt über in zartem Grau verhangene Weite wie ein vergessener Wächter. „Seelenhaus“ (2007) nennt Iska Jehl die schwebende Hütte, zu deren Tür keine Leiter führt und deren Inneres hinter dem Fenster in der Dunkelheit verborgen bleibt.

Feed your soul - nähre deine Seele - heißt die Ausstellung, in der die Galerie Adler, Frankfurt am Main, vom 24. Mai bis 7. Juli die neuesten Arbeiten der in München lebenden Künstlerin Iska Jehl (*1966) zeigt. Mit den stillen, stimmungsschwangeren Fotografien ihrer beiden neuen Serien wird der Besucher in entgegen gesetzte Richtungen verführt; in beiden ist Dissonanz zu erfühlen, die die Wahrnehmung stört wie eine gesprungene Saite bei einem Cellokonzert. Doch während die Seelenhäuser hinter der Atmosphäre von Einsamkeit und Abgeschiedenheit zwischen wehmütiger Erinnerung und Memento Mori einen Weg zurück in die Wirklichkeit aufzeigen, entlarvt sich die paradoxe Situation des vermeintlichen Glücks, der doppeldeutigen Idylle und der Enttäuschung der eigenen Erwartungshaltungen in der zweiten Serie als Illusion.

Iska Jehl sucht nach alltäglichen, oft nur unbewusst wahrgenommenen Räumen - oder „Nichträumen“ - und fragt nach individuellem Geschmack und kollektiven Mustern. Vorgefundene Bilder, die uns immer wieder eine schöne Scheinwelt vorgaukeln, dienen ihr als Grundlage, die sie mit eigenen Fotografien kombiniert und digital bearbeitet. So werden die Familienidyllen aus der Immobilienwerbung zu verschwommenen „Lebensutopien“ (2007), deren Realität gleichermaßen in Aussicht wie in Frage gestellt wird.
 
 
 

 
 
 

Ausstellung "einfach glücklich"

6.  Februar 2004 - 27. März 2004

Vernissage Freitag, 6. Februar 2004, ab 18 Uhr

 

Frankfurt, Januar 2004 – Mit der Ausstellung „einfach glücklich“ von Iska Jehl zeigt die Galerie Adler wie Fotokunst den Betrachter in eine heile Welt entführen kann: die private Idylle steht im Vordergrund.

Die Titel von Iska Jehls Fotoreihen heißen  „Daheim“, „Kleines Glück“, „Barbie Forever“, „Sommertag“ oder "Der Blick ins Grüne". Sie zeigen das einfache Glück im Fertighaus, im Schrebergarten und, in ihren neuesten Serien, auf auf Balkonien und dem Campingplatz. Da stehen sie dann, die Eigenheime auf Rädern nebst Klappstuhl und Kanarienkäfig. Nicht auf einem ordinären Campingplatz, sondern so wie es sich jeder erträumt in der grünen Natur, ganz allein, ohne lästige Nachbarn, an einem idyllisch gelegenen Fleckchen.
Doch das Glück ist natürlich nicht so stabil, wie es vordergründig erscheint. Wie im richtigen Leben müssen wir entdecken, dass das tiefe und dauerhafte Glück, das wir zu sehen glaubten, nur oberflächlich, schal oder gänzlich abwesend ist. „Für diese Situation des vermeintlichen Glücks, der doppeldeutigen Idylle und der Enttäuschung der eigenen Erwartungshaltungen interessiert sich die Künstlerin Iska Jehl. Sie spürt in ihren Arbeiten die Glücksmomente der Menschen auf und entlarvt sie im gleichen Moment als Illusion“, stellt Dr. Birgit Jooss von der Akademie der Bildenden Künste, München fest.


Serie Barbie forever, 2002

Auch ihre Bilder sind nicht einfach Ablichtungen der Realität. In „Barbie forever“ schiebt sie Abbildungen von Designermobiliar für Erwachsene und billiger Barbie-Spielzeugmöbel ineinander, die digitale Bearbeitung hebt die Größenunterschiede auf. Iska Jehl lässt in diesen runden Bildern den Betrachter wie durch einen Türspion fischäugig auf Träume vom schönen Wohnen spähen. Durch Unschärfen und Farbveschiebungen fokusiert sie in " Der Blick ins Grüne" den Blick des Betrachters auf  die Balkone. In der Serie „Sommertag“ hingegen  retouchiert sie das Glück beeinträchtigende Elemente wie Zäune oder benachbarte Wohnwagen weg.

Vielleicht hilft uns ihre Kunst, die heutige Welt und auch uns selbst ein wenig besser zu durchschauen. Es ist Iska Jehls Antwort auf die Zeit, in der wir leben.


Silber, Serie Sommertag 2003


Unterm Dach, Serie Der Blick ins Grüne, 2004