| Iska Jehl - press release | ||
|
|
||
|
Der Horizont, verborgen hinter grau blauen Wolkenschleiern, verschwimmt mit dem rauchigen Blau des bewegten Meeres, definiert nur durch weit entfernte Wellen, die über den regenschweren Sandstrand spülen. Auf dem Kamm einer Gerölldüne zeichnet sich eine weiße Hütte auf zerbrechlichen Stelzen vor dem diesigen Hintergrund ab, ragt ins Bild wie ein Fremdkörper, den stillschweigend zu ignorieren man schon vor langer Zeit begonnen hat, blickt über in zartem Grau verhangene Weite wie ein vergessener Wächter. „Seelenhaus“ (2007) nennt Iska Jehl die schwebende Hütte, zu deren Tür keine Leiter führt und deren Inneres hinter dem Fenster in der Dunkelheit verborgen bleibt. Feed your soul - nähre deine Seele - heißt die Ausstellung, in der die Galerie Adler, Frankfurt am Main, vom 24. Mai bis 7. Juli die neuesten Arbeiten der in München lebenden Künstlerin Iska Jehl (*1966) zeigt. Mit den stillen, stimmungsschwangeren Fotografien ihrer beiden neuen Serien wird der Besucher in entgegen gesetzte Richtungen verführt; in beiden ist Dissonanz zu erfühlen, die die Wahrnehmung stört wie eine gesprungene Saite bei einem Cellokonzert. Doch während die Seelenhäuser hinter der Atmosphäre von Einsamkeit und Abgeschiedenheit zwischen wehmütiger Erinnerung und Memento Mori einen Weg zurück in die Wirklichkeit aufzeigen, entlarvt sich die paradoxe Situation des vermeintlichen Glücks, der doppeldeutigen Idylle und der Enttäuschung der eigenen Erwartungshaltungen in der zweiten Serie als Illusion. Iska Jehl sucht nach alltäglichen, oft nur unbewusst wahrgenommenen Räumen - oder „Nichträumen“ - und fragt nach individuellem Geschmack und kollektiven Mustern. Vorgefundene Bilder, die uns immer wieder eine schöne Scheinwelt vorgaukeln, dienen ihr als Grundlage, die sie mit eigenen Fotografien kombiniert und digital bearbeitet. So werden die Familienidyllen aus der Immobilienwerbung zu verschwommenen „Lebensutopien“ (2007), deren Realität gleichermaßen in Aussicht wie in Frage gestellt wird. |
||
|
|
||
|
Ausstellung "einfach glücklich" |
||
|
Frankfurt, Januar
2004 – Mit der Ausstellung „einfach glücklich“ von Iska Jehl zeigt die
Galerie Adler wie Fotokunst den Betrachter in eine heile Welt entführen
kann: die private Idylle steht im Vordergrund.
|
||
|
Vielleicht hilft uns ihre Kunst, die heutige Welt und auch uns selbst ein wenig besser zu durchschauen. Es ist Iska Jehls Antwort auf die Zeit, in der wir leben.
|